Neun Jahrhunderte unter einem Dach
Die Geschichte der Vlasmarkt 35
Haus Dry Paukens
Vlasmarkt 35, historisch als Dry Paukens bekannt, steht über einem mittelalterlichen Keller, der vermutlich aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert stammt.
Seine imposante zweischiffige Struktur mit einer Arkade auf trommelförmigen Säulen aus Tournai-Kalkstein wird seit den 1970er Jahren mit einem verschwundenen Antwerpener Prämonstratenserinnenkloster verbunden. Die genaue Lage dieses Klosters wurde jedoch nie zweifelsfrei festgestellt.
Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort zu einem weitläufigen Stadtanwesen namens Sevensterre. Die früheste derzeit bekannte schriftliche Erwähnung stammt vom 4. August 1430. Zum Anwesen gehörten ein großes Eckhaus an der Hoogstraat, Nebengebäude, Werkstätten, Hof, Stallungen und Zugänge von der Vlasmarkt.
1463 wurde das kleinere Haus hinter dem Hauptwohnsitz zu einem eigenständigen Besitz. Bald darauf hieß es Barseloene, eine frühe Form von Barcelona. Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt es den Namen Dry Paukens: Die Drei Kesselpauken.
Hinter der schlichten Fassade des frühen 19. Jahrhunderts blieb bedeutende Bausubstanz des 15. und 16. Jahrhunderts erhalten: zusammengesetzte Eichendecken, historische Holzböden, eine Treppe des 19. Jahrhunderts, originale Innentüren und ein Eichendachstuhl.
Unter dem Haus liegen ein Teil des großen gemeinsamen mittelalterlichen Kellers und ein separater Keller des 16. Jahrhunderts unter der Vlasmarkt. Vlasmarkt 35 bewahrt eine außergewöhnliche Schichtung von fast neun Jahrhunderten Antwerpener Wohn-, Handels- und Baugeschichte.

